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Liebe Leserinnen, Lesben sind kaum zu schocken, und deshalb mischt sich eine Horde Weiber am Take-over-Friday wagemutig unter die Heten und ruft obendrein die Community auf, es ihnen gleich zu tun. Das ist dreist, dachte ich mir, wer oder was steckt wohl hinter dieser Guerilla-Aktion und beweist Mut, Präsenz und Trinkfestigkeit Aug in Aug mit dem Klassenfeind? Wer wagt es, das Getto zu verlassen und sich unbekümmert, ja leichtsinnig! der bösen und weiten Welt auszusetzen?


An einem Freitag gar, wo jede weiß, dies ist No-Go-Time für Stuttgarter und Stuttgarterinnen, das ist die Zeit der wüsten Waiblinger und Böblinger! Oh Graus.

Nun, meine Lieben, eine fühlte sich berufen, dieser Sache auf den Grund zu gehen und diese Person war ich. Frei nach dem Motto "auch Heten sind Menschen, auch Heten sind Menschen, auch Heten sind Menschen" mischte ich mich furchtlos und total unerkannt unters Volk. Ich gestehe hier freimütig: Ich hatte eigentlich nicht die leiseste Lust. Ich pflege meine Neurosen lieber bei einem gemütlichen Glaserl Rotwein oder zwei im Kreise meiner Lieben und Gleichgesinnten. Aber die Gleichgesinnten waren nun leider neugierig, und tja, das war ich wohl auch, also fügte ich mich dem kollektiven Gruppenzwang. Ach, Freunde können eine Pest sein...

Und Fremde können Freunde sein! Oder zumindest werden, und stellt Euch meine Überraschung vor, als ich schon beim Betreten des Schocken feststellte: die geheime Loge der ominösen "Wirtschaftsweiber" ist ein total nettes Grüppchen Frauen. Und nicht nur das. Sie vermiesten mir augenblicklich meine schlechte Laune, indem sich die Damen auf geradezu herzliche Weise jeder neuankommenden Gästin widmeten. Ob fremd oder bekannt, alle wurden willkommen geheißen und integriert. Ist das vielleicht die feine schwäbische Art? Nein, das ist neu, das ist umwerfend und ein Konzept, welches mein müdes Herz im Handumdrehen überzeugte. Jung und alt, fremd oder Freund, Grüppchen oder Single, es war wurscht. Und selbst als sich der Schuppen im Fortschreiten des Abends mit Heten füllte, die angenehme Atmosphäre blieb. Es ist schön, in einem Szeneclub so viele neue und alte vertraute Gesichter zu erblicken.

Vielleicht finden auch wir, die Stuttgarter Lesben noch hinein in das neue Jahrhundert. Vielleicht werden zunehmend aus den Splitterteilen und Clans Netzwerke und Freundinnen. Oder "Family". Danke Wirtschaftsdamen für's Vormachen! Und übrigens: wir hätten auch gerne einen Take-over-Friday für Juni. Oder vielleicht mal einen After-work-Wednesday? Also ich hätt Zeit ab 17.00 Uhr...

    Kommentare

  1. DD meint am 17.05.2009 17:45

    Liebe Kitty, liebe WiWeis,
    ich kann nur zustimmend applaudieren.
    Es war ein wunderbarer Abend und die Gastgeberinnen haben sich wirklich vorbildlich um ihre Gästinnen gekümmert.
    Kompliment!
    Und au ja: Bitte auch im Juni einen Termin machen!
    :-)

  2. Susanne meint am 17.05.2009 21:43

    Schön wars und funky .. ja, erstaunlich aufgeschlossene, handzahme Lesben. Aber bei meinem Gesichts-/Namens-Gedächtnis kann ich die im Juli ja wieder ganz neu kennenlernen:-) Also Namen-Training: Simone - die ToF Kontakt Business Schwester, Antje - die Texterin der wenigen Worte. Ulrike - merkt sich die Menschen über das Exen-Beziehungs-Diagramm. Elke - die Chefredakteurin von der Zeitung "Am Ende des Tunnels ist Licht und auch Schatten" äh geht doch.

  3. Cordel meint am 18.05.2009 16:56

    Oh ja, ich wünsch mir auch einen Juni-ToF. Dann kann ich all die netten Frauen, die ich an diesem schönen Abend zugetextet habe, nochmal nach ihrem Namen fragen. Und im Juli dann nochmal. Und im August ...