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Women love Women
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In der ersten Episode, die 1961 spielt, leben Edith und Abby in einem Haus zusammen - beide schon etwas älter und Vanessa Redgrave als Edith schon in grau, aber immer noch gut aussehend. Sie führen eine sehr harmonische Beziehung. Eines Tages erleidet Abby einen Schlaganfall und stürzt dabei von der Leiter. Edith bringt sie ins Krankenhaus und wird, obwohl sie die ganze Nacht bleibt, nicht vom Tod Abbys informiert. Es beginnt das Unvermeidliche: die Krankenschwestern lassen Edith nicht zu Abby, weil sie keine Verwandte ist, und Abbys Neffe, der die beiden wohl seit seiner Kindheit nicht mehr gesehen hat, will das gemeinsame Haus verkaufen. Auch wenn Edith einwendet, daß sie die Hälfte der Zahlungen geleistet hat, beharrt der Neffe darauf, daß ihn die Erbschaftsteuer umbringen würde und bietet Edith nur an, sie angemessen auszuzahlen. Man wird nicht ganz schlau daraus, ob er von der Beziehung der beiden gewußt hat, geht er zwar nicht ganz so respektlos mit Ediths Gefühlen um wie seine raffgierige Frau, so doch etwas zögerlich, aber dennoch verletzend.
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In der zweiten Episode, die 1971 spielt, wird der Blickwinkel weg von der Sicht der Heteros auf die Frauenbewegung und Intoleranz unter den Lesben gerichtet. Linda wohnt nun zusammen mit drei weiteren Lesben in dem Haus, das noch in der ersten Episode Abby und Edith gehört hatte. Sie arbeiten alle aktiv in der Frauengruppe der örtlichen Uni mit. Doch als diese als Lesbengruppe bezeichnet werden, fliegen die Lesben raus. Was für eine Ungerechtigkeit schreit frau doch gleich vor dem Fernseher. Doch die drei Mitbewohnerinnen von Linda sind nicht ganz so tolerant, wie sie es von den anderen erwarten. Als Linda sich in die Butch Amy (Chloe Sevingy aus Boys don't cry) verliebt, machen sie sich über Amys männliche Kleidung und deren männliches Benehmen lustig, zwingen sie eine Frauenbluse anzuziehen und amüsieren sich dabei als Moralapostel auch noch köstlich. Linda jedoch versteht, daß alles Männliche, mit dem sich Amy umgibt, für diese ungeheuer wichtig ist und bleibt bei ihr.
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In der dritten Episode geht es in die Gegenwart, ins Jahr 2000. Nun wird das Haus von Fran (Sharon Stone) und Kal (Ellen DeGeneres) bewohnt, die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Nachdem die beiden schwulen Jungs doch ein Mitspracherecht bei der Erziehung haben wollen, entscheiden sich Fran und Kal für die Samenbank. Per Internet suchen sie sich die super genetischen Eigenschaften ihres Kindes aus, doch als Fran endlich ihren Eisprung hat, wissen sie wieder nicht, wen sie nehmen sollen. Was? Der hübsche blonde und blauäugige Jüngling ist aus? Dann eben den Professor. Ganz unkritisch bleibt der Film bei diesem Verfahren nie, verwandelt alles aber in nette witzige Szenen. Hier kann überhaupt viel gelacht werden. Zum Beispiel als Kal Samentransport spielt und sich wie ein kleines Kind freut. Doch es klappt natürlich nicht auf das erst Mal und auch nicht auf das dritte, vierte, etc. Mal. Aber keine Sorge: Ihr dürft Euch trotzdem auf den süßen Freudentanz der beiden freuen.
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Es ist schon erstaunlich, wieviel sich in diesen vierzig Jahren getan hat. Doch die Frage bleibt: wieviel hat sich denn tatsächlich geändert? Sind die beiden ersten Episoden wirklich so unterschiedlich? Es gab deutliche Erleichterungen, aber die Probleme haben sich verlagert oder bestehen ja auch heute noch, selbst wenn die dritte Episode genau so arrangiert ist, wie wir uns heute vielleicht wirklich sehen: fast problemlos. Aber überlegt mal genau. Es geht nicht nur darum, einen persönlichen Traum zu erfüllen. So wie die Protagonistinnen immer im gleichen Haus wohnen, so schleppen wir auch alte noch immer bestehende Probleme der vorigen Lesbengenerationen mit uns herum - nur sind die nicht immer gleich sichtbar. Wie würde die vierte Episode aussehen? Frauen können heute ja ohne Männer Kinder bekommen. Mit welchen Problemen hätte ein lesbisches Paar wohl im Jahre 2010 zu kämpfen? Women love Women (im übrigen eine gigantische deutsche Übersetzung des englischen Titels If These Walls Could Talk 2, nicht wahr?) legt aber nicht nur den Akzent darauf, daß das lesbische Dasein immer Probleme zu bieten hat, die den Heteros so nicht bekannt sind, sondern auch auf das wachsende Lebensgefühl, der wachsenden Freiheit. Ich denke, Women Love Women ist ein Film, der gut die ewige Balance zwischen steigendem Zugewinn und beständigen Gründen zum Weiterkämpfen zeigt.
USA, 2001, 92 min.
Originaltitel: If these walls could talk II
Regie: Jane Anderson, Martha Coolidge, Anne Heche.
Drehbuch: Jane Anderson, Anne Heche, Alex & Sylvia Sichel
Produktion: Ellen DeGeneres, Mary Kane, Pamela Post, Jeniffer & Suzanne Todd.
Mit Sharon Stone (Fran), Ellen DeGeneres (Kal), Cloe Sevingny (Amy),
Michelle Williams (Linda), Vanessa Redgrave (Edith), Marian Seldes (Abby).
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