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Flying with one Wing
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In der Gesellschaft Sri Lankas, so wie sie uns in diesem Film dargestellt wird, führen Frauen ein Leben, das uns hier in Deutschland sehr fern und unwirklich erscheint. Frauen sind bloße Objekte der Begierde, die den Männern folgen müssen, egal wie absurd und entwürdigend ihr Verhalten ist. Sie sitzen entweder den ganzen Tag zu Hause und kochen, oder haben eine miserable Arbeit, in der sie von ihrem Chef ständig sexuell belästigt werden. Ob diese Großwildjagd in Sri Lanka tatsächlich eine so einseitige Wirklichkeit ist, wie sie uns dargestellt wird, bleibt die Frage. Lebensunwürdig ist sie allemal.
Männer auf der anderen Seite sind freie Menschen, die tun und lassen können was sie wollen. Kein Wunder also, daß Manju als Mann leben möchte. Sie nennt es ihren großen Traum. Doch oft zieht sie heimlich im abgeschlossenen Badezimmer Frauenkleider an und schminkt sich. Hier wird klar, daß Manju nicht transident ist, sondern nur mit den Privilegien eines Mannes leben möchte. Als lesbische Frau hat sie so außerdem die Möglichkeit, eine Frau zu heiraten und mit ihr zusammen zu leben - eine Frau, die Manjus wahre identität schon von Anfang an kannte, obwohl Manju sich beim Sex stets um geschlossene Vorhänge und ausgeschaltetes Licht bemüht.
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Doch Manjus Geheimnis bleibt nicht unentdeckt. Bei einem kleinen Unfall wird sie bewußtlos in ein Krankenhaus gebracht, wo der Arzt ihr Geheimnis entdeckt. Er verliebt sich in sie und als sie nicht auf seine plumpen und kindischen Versuche eingeht, verrät er sie bei ihrem Chef in der Autowerkstatt. Bald weiß es das ganze Dorf, das in viel zu oberflächlich und harmlos dargestellten Szenen Fensterscheiben in Manjus Wohnung einwirft, Radau auf der Straße macht und Schimpfplakate aufhängt. Nach zwei degradierenden körperlichen Bloßstellungen zieht Manju zum Rachefeldzug. Sie verführt scheinbar den verräterischen Arzt, der ihr ungläubig zusieht, und kommt mit blutverschmierten Händen ins Dorf zurück. Dort wird sie in Frauenkleidern von der Polizei abgeführt. Sie ist eine Frau, die bis zuletzt ihren Mann steht. Und eine Frau, zu der auch ihre Lebensgefährtin hält. Doch diese kann nur hilflos dem Polizeiwagen hinterherrennen. Und während sie abgeführt wird, beobachtet ein kleines Mädchen, das sich einen großen schwarzen Bart malt, neugierig aber doch unwissend das Geschehen.
Flying with one Wing hat viel Aufsehen erregt, obwohl der Film zu sehr verharmlost - ganz im Gegensatz zu Boys don't Cry. Aber vielleicht liegt es auch daran, daß der Film aus Sri Lanka stammt, einem Land, das außer der heterosexuellen Geschlechterrolle zumindest offiziell keine andere kennt bzw. kennen will. So wurde Flying with one Wing verboten, als sich die Regiesseurin weigerte, massive Zensuren vorzunehmen, und wurde erst wieder zugelassen, als aus dem Ausland Protest aufkam. Dort wurde der Film auf vielen Festivals mit großem Erfolg gezeigt und mit mehreren Preisen versehen.
Sri Lanka, 2002, 81 min.
Originaltitel: Tani Tatuwen Piyabanna
Regie/Drehbuch: Asoka Handagama
Mit Anoma Janadari, Gayani Sudharshani, Mahendra Perera, Wilson Jayasiri, Jagath Chamila.
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