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The Watermelon Woman
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Die 25-jährige Cheryl arbeitet in einer Videothek. Aus diesem langweiligen Leben möchte sie jedoch mit Hilfe ihrer Filmprojekte eines Tages ausbrechen. Sie filmt mit ihrer besten Freundin und Kollegin Tamara Hochzeiten und offizielle Veranstaltungen, und ist ständig auf der Suche nach einem Thema für ihren ersten Film. Und die mysteriöse Watermelon Woman bietet ihr genau dieses langgesuchte Thema. Anfangs laufen die Nachforschungen jedoch nicht so gut, wie sie sich das vorgestellt hat. Niemand scheint die Watermelon Woman zu kennen. Sie filmt dabei witzige Spekulationen von Passanten auf der Straße, einen Filmfanatiker, der vorgibt alles über schwarzen Film zu wissen, aber an der bloßen Hürde "sie war eine Frau?" scheitert. Das mit Abstand witzigste Interview führt Cheryl mit einer Universitätsdozentin, die in einem nie versiegen wollenden Wortschwall duzende halbgare Ideen und Theorien von sich gibt und damit universitäres Geplappere par excellence aufs Korn nimmt.
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Doch dann interviewt Cheryl eine alternde Butch, die die Watermelon Woman selbst auf der Bühne in einem Club in Philadelphia gesehen hat und weiß, daß sie mit richtigem Namen Fae Richards heißt. Von nun an kommen die Nachforschungen und auch Cheryls Leben in Schwung und die Parallelen häufen sich. "Zufällig" lebte Fae Richards wie Cheryl in Philadelphia, ist lesbisch und war mit der weißen Regiesseurin Martha Page liiert. Just in diesem Augenblick kommt auch Cheryl mit der bezaubernden weißen Diana zusammen und bei solchen massiven Parallelen wird nun auch endgültig klar, warum auf dem Cover zu dem Film nur Bilder aus Cheryls Leben zu sehen sind und kein einziges von Fae Richards. Wie bei Fae Richards will auch niemand so recht Cheryls weiße Freundin akzeptieren. Tamara, die so sehr auf ihr schwarzes Vokabular achtet, versucht Cheryl vorzuschreiben, wie eine schwarze Lesbe ihr Leben zu leben hat. Tamara wie auch das schwarze und weiße Umfeld von Fae Richards stehen für strikte Schubladenzieherei mit all ihren Vorurteilen und verneinen, daß es so etwas wie eine schwarz weiße Beziehung (und dann auch noch zwischen zwei Frauen!) je gab oder geben könnte. Cheryl dagegen steht für Offenheit und in einer wunderschönen Bettszene mit Diana vermischen sich vor unseren Augen schwarze und weiße Haut, bis sie einfach nur noch Haut ist wie auf dem einfarbigen Cover des Films.
Leider zerbrechen sowohl Faes als auch Cheryls gemischte Beziehung ohne daß wir erfahren warum. Nun, vielleicht ist die Zeit noch nicht ganz reif dafür. Cheryl hat jedoch ihren Weg gefunden und beendet damit auch den Film, indem sie die Ergebnisse ihrer Nachforschungen in einer kleinen Fae Richards Biographie zusammenstellt.
The Watermelon Woman erhielt mehrere Preise, unter anderem den Berliner Teddy Award 1996 und viele Preise auf amerikanischen schwullesbischen Filmfestivals.
USA, 1995, 85 min.
Regie / Drehbuch: Cheryl Dunye
Produktion: Dancing Girl Productions
Video (VHS-pal, ntsc), OmdU
Video erhältlich bei Salzgeber
Mit Cheryl Dunye (Cheryl), Guinevère Turner (Diana), Valerie Walker (Tamara), Lisa Marie Bronson.
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