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It's in the water


Grace und Alex 

Es liegt am Wasser! Jetzt haben wir den wahren Grund. Eine amerikanische Kleinstadtidylle gerät in Aufruhr, als Spencer auf dem Dorfball erzählt, er sei schwul, weil er vom örtlichen Leitungswasser getrunken hätte. Mrs Stratton reagiert sofort. Sie ordert kanisterweise Wasser aus fernen Regionen. Was sie nicht weiß ist, daß ihre verheiratete Tochter Alex scheinbar auch von dem Wasser getrunken hat. Diese entdeckt nämlich unterdessen die langweilige Öde der Ehe und die Schönheit und Anziehungskraft ihrer Jugendfreundin, die sich kurz zuvor ihr gegenüber als Lesbe geoutet hat. Interessant für diesen Filmtyp "Hetera interessiert sich plötzlich für Lesbe" ist, daß jenes Interesse stets nach dem Outing der Lesbe beginnt. Diese oft bediente Wendung in der Erzählung lesbischer Filme tut It's in the water jedoch keinen Abbruch. Denn der Schwerpunkt liegt darauf, die (kleinstädtische) Homophobie ad absurdum zu führen. Und das gelingt dem Film phänomenal gut - nicht nur erzählerisch, sondern auch filmisch.

Alex und Grace

Und ausgerechnet in dieser sauberen Kleinstadt wird das Hope House, eine Pflegestation für AIDS Kranke errichtet. Die Gemeinde ist empört. Aber man ist ja politisch korrekt, tuschelt nur hinter vorgehaltener Hand und schickt den Frauenverein als freiwillige Helferinnen in das Hospiz. Herrlich wie die pikierten Damen dort parodiert werden! Weniger gut getroffen ist jedoch die unrealistische Darstellung des AIDS kranken Freunds von Spencer. Er sieht nicht wirklich krank aus, sondern wie das blühende Leben, obwohl ihm der Tod kurz bevor steht. Der Ekel des Frauenvereins überwiegt jedoch und alle bis auf Alex ziehen sich wieder zurück. Mehr noch. Die lokale Ex-gay Gruppe um Pater Daniel marschiert mit schwulen- und lesbenfeindlichen Plakaten vor dem Hospiz auf und ab. Glaubt Ihr an eine Ex-gay Gruppe, in der Männer sich das Schwulsein abgewöhnen sollen? Nicht wirklich, oder? Man sieht ihnen ihre schwule Veranlagung zehn Meter gegen den Wind an. Auch die Jungs können und wollen weder Finger noch Augen von anderen Männern lassen. Mark, der Sohn des Redakteurs des lokalen Nachrichtenblatts, hat zum Beispiel offiziell eine Freundin, verliebt sich aber in den Maler Thomas und beginnt mit ihm eine harmonische Beziehung. Sogar Pater Daniel ist ein verkappter Schwuler, der von seiner Ex-gay Gruppe eines Nachts ertappt wird, wie er in Lederkluft eine schwule SM Bar verläßt. Und während Alexandra und Mark zu ihrer wahren Identität finden, wimmelt es plötzlich nur so vor Schwulen und Lesben im ganzen Film. Die gleichmäßige Darstellung beider ist sehr ausgewogen. It's in the water ist damit einer der wenigen Filme, die sowohl das lesbische als auch schwule Publikum ansprechen. Genau das richtige für einen lustigen gemischten Videoabend, zumal It's in the water auch ein richtiger Gute-Laune-Film ist.

USA, 1996, 100 min.
Regie/Drehbuch: Kelli Herd
Produktion: Kelli HErd Film Company
Verleih: pro-fun
Video: VHS-pal, ntsc
Mit Keri Jo Chapman (Alex Stratton), Teresa Garrett (Grace Miller), Derrick Sanders (Mark), John Hallum (Spencer).

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