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Before Stonewall


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Stonewall ist ein Ereignis, das fast jede Lesbe kennt, die sich mal mit der eigenen Geschichte auseinander gesetzt hat. Am 27. Juni 1969 wehrten sich das erste mal in der Geschichte Schwule, Lesben und Transidente gegen die willkürlichen Übergriffe der Polizei im New Yorker Stadtteil Greenwich. (Stonewall war und ist noch heute eine Homokneipe dort.) Sie gingen für ihre Rechte auf die Straße und setzten damit die weltweite schwullesbische Bewegung in Gang. Diesem denkwürdigen Ereignis haben wir viele Freiheiten und Vorteile zu verdanken, die es heute gibt. Doch wie kam es zu diesen Protesten? Ein solcher Ausbruch kommt ja nicht von heute auf morgen, sondern hat meistens eine lange Vorgeschichte. Greta Schiller und Andrea Weiss, alte Bekannte der lesbischen Dokumentarfilme, gehen in Before Stonewall auf die Suche danach.

In einer Mischung aus gespielten Szenen, Interviews und Originalmaterial führt uns der Film durch die verschiedenen Geschichtsstationen: die roaring twenties, die Zeit während dem zweiten Weltkrieg, die McCarthy Ära und danach bis 1969. Es werden persönliche Geschichten erzählt und mit geschichtlichem Hintergrund unterfüttert. Es sind Ereignisse dabei, die man am liebsten nicht sehen will. Ereignisse, die tief unter die Haut gehen und einen dankbar sein läßt, in einer anderen Zeit geboren zu sein. Eine Frau drückt es recht treffend aus: "I think it's a miracle, but part of my mind doesn't believe it. I still expect the shit to hit the fan."

Aber es ist auch Erstaunliches dabei. In den 1920er Jahren lebten Homosexuelle recht frei. Es gab eine regelrechte Kultur, die akzeptiert und verbreitet wurde. Bars, die einen enormen Flair hatten, viele Bücher. Doch als in den 1930er Jahren die große Depression kam, wendete sich das Blatt. Homosexuelle wurden vermehrt diskriminiert. Vielleicht lag es daran, daß es allen schlecht ging und man einen Sündenbock brauchte, auf dem man rumhacken konnte und sich damit wenigstens die Gewißheit verschaffen konnte nicht ganz so schlecht dran zu sein, immer noch besser zu sein als "die da".

Während dem zweiten Weltkrieg gingen auch viele Schwule und Lesben zum Krieg. Die Männer oftmals, um ihre Männlichkeit zu beweisen und damit das Schwulsein von sich zu weisen. Für die Frauen zu Hause brach eine Zeit der Freiheit an, in der sie die Lücken, die die Männer hinterließen, schlossen und so in ganz anderen Bereichen ein Betätigungsfeld fanden als zuvor. Lesben hatten die Möglichkeit, sich offener zu zeigen, ohne als solche erkannt zu werden, wenn sie zum Beispiel mit anderen Frauen tanzen gingen. Doch als der Krieg zu Ende war und die Männer ihre angestammten Plätze zurück haben wollten, war alles wieder vorbei. Noch schlimmer. Als McCarthy Präsident der USA wurde, brach geradezu ein Mittelalter für Homosexuelle an. Es setze eine Verfolgung gegen Kommunisten und andere Staatsfeinde ein. Schwule und Lesben - wie nicht anders zu erwarten - gehörten leider auch dazu. Denn angeblich arbeiteten sie mit den Kommunisten zusammen, um den amerikanischen Staat zu untergraben. McCarthy hat einen fast schon irreparablen Schaden angerichtet, den wir noch heute spüren. Schwule und Lesben wurden in Ehen gedrängt, durften sich nicht mehr zeigen und lebten im Untergrund. Und gleichzeitig wuchs der Wunsch danach, so sein zu dürfen wie alle anderen... Ein explosives Pulverfaß, das am 27. Juni 1969 mehrere Tage lang detonierte.

Before Stonewall sollte in keinem Regal fehlen und könnte zusammen mit Out:Stories of Lesbian and Gay Youth wunderbar in Schulen verwendet werden, um den Jugendlichen etwas über Schwule und Lesben beizubringen, Vorurteile abzubauen und gegenseitiges Verständnis zu fördern. LehrerInnen an die Front! Helft uns die Bewegung seit Stonewall fortzusetzen!

Before Stonewall erhielt folgende Preise:

  • Emmy Award Best Historical/Cultural Program 1987
  • Emmy Award Best Reserch 1987
  • First Place, National Educational Film Festival USA
  • Best Film, Houston International Film Festival
  • Best Documentary Feature, Los Angeles FILMEX
  • Honerable Mention, Global Village Documentary Festival


USA, 1984, 87 min.
Drehbuch / Regie: Greta Schiller, Robert Rosenberg
Recherche: Andrea Weiss
Erzählerin: Rita Mae Brown
Produktion: Jezebel Productions
Video VHS-pal

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