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Marlene Dietrich: Her own Song
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In Amerika feiert die Dietrich viele filmische Erfolge, ist aber nicht so weit von Deutschland entfernt, wie man meinen könnte. Die Kriegsjahre bringen sie in einen tiefen inneren Zwiespalt und prägen sie nachhaltig. Es fällt ihr schwer, dem deutschen Volk zu vermitteln, daß sie sich gegen Hitlers nationalsozialistische Politik und nicht gegen die Deutschen richtet. Dieser Zwiespalt begleitet sie immerfort als sie die Moral der amerikanischen Truppen mit ihren Auftritten stets nahe der Front unterstützt. Wir sehen viele Aufnahmen aus dieser Zeit, sehen eine Dietrich in Uniform, wie sie mit den ersten Truppen in Deutschland angelangt und mit ihrer "Ich bin eine von Euch" Haltung den Soldaten eine nachhaltige Stütze ist. Der Film setzt seinen Schwerpunkt bewußt auf diese Zeit, in der sich Marlene Dietrich für die Menschen einsetzt, in der sie ihre künstlerische Bekanntheit in eine politische Rolle verwandelt. Auch nach dem Krieg wird sie diese Einstellung nie verlieren und stets propagieren.
Ihre künstlerische Tätigkeit steht in dieser Biographie damit nicht im Vordergrund. Es wird einem auch nicht das frivole Bild eine femme fatale oder eines Vamp vermittelt, das andere Biographien gespickt mit Skandälchen gerne verfestigen. In Marlene Dietrich: Her own Song erfährt man mehr über den Menschen Marlene Dietrich und erhält ein sehr ernstes Bild von einer Frau, die mit Leib und Seele an dem hängt wofür sie sich einsetzt. Eine Frau, die ihre menschliche Überzeugung in die Tat umsetzt. Unterstützt wird diese so andere Dokumentation durch voice overs aus Marlene Dietrichs Tagebuch, historischen Aufnahmen, die ihr Engagement in die Zeit einbinden, bis dato unveröffentlichten Privataufnahmen und vielen Interviews mit Zeitzeugen oder deren Kindern. Zu Wort kommen die Tochter Maria Riva, Hildegard Knef, Volker Schlöndorff, Burt Bacharach und viele mehr. Alle Aufnahmen sind, wo nötig, deutsch synchronisiert.
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Vollkommen ausgeklammert werden jedoch Marlene Dietrichs Beziehungen zu Frauen. Es wird kein Wort verloren über Mercedes de Acosta oder Edith Piaf. Das Einzige, das in diese Richtung weist, sind frühe Aufnahmen, die sie auch privat immer wieder mit Krawatte und in Männerkleidung zeigen, und der berühmte Filmausschnitt aus Marokko, in dem sie eine Frau küßt. Ebenfalls ausgeklammert werden Alkoholprobleme und Depressionen. Denn der Film will ja Marlene Dietrich in einem ganz anderen Licht zeigen. Er schafft damit ein durchweg positives, gar heroisches Bild, das den Mythos Marlene Dietrich verfestigt und ihr damit ein Denkmal errichtet. Marlene Dietrich: Her own Song ist eine kraftvolle und phantastische Dokumentation, die einem noch lange in Erinnerung bleibt. Es macht einfach Spaß, diesen erstklassigen Film anzusehen.
DVD Extras:
USA/Deutschland, 2001, 100 min.
Regie: David Riva
Drehbuch: Karin Kearns
Produktion: Karin Kearns, H.W. Pausch, David Riva
Verleih: Frenetic
DVD: Edition Salzgeber
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