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The Monkey's Mask


Diana 

Die Privatdetektivin Jill sucht zunächst nach dem verschwundenen Teenager Mickey Norris und gerät unvermittelt in einen Strudel von Sex, Macht und Gewalt, in dem nichts ist wie es scheint. Jill ermittelt in einer Dichterszene, in der jeder eine Maske trägt und damit seine andere, meist dunkle Seite versteckt. Jill jedoch ist das glatte Gegenteil. Sie läßt sich zwar anfangs von dieser Szene verführen, behält aber stets genug Abstand, um nicht mitgezogen zu werden.

Jill

Jill ist überhaupt so anders als man zunächst denkt. Ist sie die typische colle lesbische Detektivin? Die Antwort ist ein klares Nein. Ihr sind alle Elemente mitgegeben, die wir von männlichen Privatdetektiven kennen (lonely wolf Motiv, häufiges voice over, das ihre Gedanken zum Ausdruck bringt, eine Lederjacke, die sie genauso wenig wechselt wie ihr restliches Outfit, Zigaretten, Melancholie, die Begegnung mit einer falschen Liebe, Gedanken über das Leben, die man teilweise als tiefschürfend bezeichnen kann). Doch Jill paßt nicht so ganz in diese Rolle. Sie ist weicher und nicht so cool wie sie scheint. Sie hat andere Methoden. Wir erleben hier keine Imitation der vielen Raymond Chandler Charaktere, sondern eine weibliche Privatdetektivin, die zwar von Philip Marlow inspiriert ist, aber durchaus ihren eigenen Weg geht. Interessant wäre nun ein Film, der eine vollständig vom männlichen Vorbild losgelöste Privatdetektivin darstellt.

Mickey

Mickey Norris ist eine junge ambitionierte Dichterin, die viel Beifall für ihre Gedichte bei ihren Freunden erhält. Ihre Eltern denken, sie würde ein normales gutbürgerliches Leben führen, doch als sie durch den Mord an Mickey immer mehr von ihren sexuellen Abenteuern und den dazugehöhrigen Gedichten erfahren, bricht für sie eine Welt zusammen. Ihre Vorstellungen von Mickey passen nicht im geringsten zu der Person, die Mickey geworden ist. Doch Mickey hält das Bild der braven Tocher aufrecht. Sie besucht die Eltern jeden Sonntag und ihr Kinderzimmer sieht aus wie aus einem klassischen Heilewelt Hollywood Film. Als Jill die Ermittlungen aufnimmt erscheint aber nicht nur Mickeys wahres Leben langsam in schärferen Konturen. In der Dichterszene, in der Mickey gelebt hat, wimmelt es nur vor Menschen, die eine Maske tragen. Jill trifft sich mit Mickeys Lyriklehrerin Diana und erliegt ihrem Charme. Diana ist verheiratet, attraktiv, viele Jahre älter, warm, offenherzig. Doch von Anfang an spürt man auch einen Abstand zwischen Diana und Jill. Die Leidenschaft ist vorhanden, aber sie kommt jedesmal ins Stocken. Anfangs kaum merklich, dann immer mehr. Immer wenn man anfängt mitzuschwingen spürt man, daß das nicht alles ist. Diana ist viel zu cool, fast schon berechnend wie eine femme fatale, wahre Leidenschaft fehlt auch wenn sie den Anschein dazu erweckt.

Jill und Diana

Und nicht nur bei Diana und ihrem seltsam unbekümmerten Ehemann Nick fragt man sich, was hinter der schönen Fassade steckt. Sein und Schein. Die dunkle Seite hinter der auf Hochglanz polierten Oberfläche. Versteckte Leidenschaften. Die Dichterszene in Sidney scheint voll dazu zu sein. Jeder schläft mit jedem, jeder weiß es (so wie in jeder Szene?). Es geht nicht nur um Inspiration für Gedichte, sondern auch um Macht und Einfluß. Und mittendrin ein Teenager, der Liebe und Leidenschaft sucht und nur Sex findet bei jenen, die ihren Wunsch ausnützen. Jill gerät durch ihre Liebe zu Diana fast auch in diesen Strudel. Doch sie kommt gerade noch rechtzeitig raus. Ihr wacher Geist ist ihre Rettung.

Das Thema würde sich fabelhaft dazu anbieten, den Zuschauer regelrecht in den gleichen Strudel wie Mickey zu ziehen. Aber wir bleiben wie Jill. Unser Atem stockt. Und stockt auch an seltsamen Dingen, die den Verstand zurück holen. Ein Apell, die Vernunft bei aller Leidenschaft nie auszuschalten?


Australien, 2003, 90 min.
Regie: Samantha Lang
Drehbuch: Anne Kennedy nach dem Roman von Dorothy Porter.
Produktion: Robert Connolly, John Maynard
DVD
Mit Kelly McGillis (Diana), Susie Porter (Jill), Marton Csokas (Nick).

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