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Kissing Jessica
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Was sie nicht wissen kann ist, daß die bisexuelle Galeristin Helen diesen Text von ihren schwulen Freunden vorgeschlagen bekam. Helen ist ganz im Gegenteil zu der braven und zurückhaltenden Jessica kein Kind von Traurigkeit und hat ein sexuelles Abenteuer nach dem anderen mit den verschiedensten Männern. So unterschiedlich die Frauen aber sind, deren Chrakterisierung übrigens fabelhaft umgesetzt ist, so groß ist die Anziehungskraft, die sich nach und nach entwickelt. Was folgt ist ein köstliches Spektakel romantischer Komödie. Helen will gleich aufs Ganze gehen, doch die von ihren Gefühlen überrumpelte, aber dann doch wieder zurück schreckende Jessica wagt sich nur Schritt für Schritt vor - und das millimeterweise. Küssen - zögerlich - dann genießen und Huch! Was tut denn Helens Hand auf meiner Brust? Ohje Ohje! ... Diese wohldosierten Übungsstunden ziehen sich über Monate. Man kann wirklich Tränen lachen dabei! Die beiden Hauptdarstellerinnen spielen wirklich hervorragend. An ihrer spielerischen Art merkt man, wie viel Spaß ihnen der Dreh gemacht haben muß. Ihr Filmdebüt als Hauptdarstellerinnen und Drehbuchautorinnen ist ihnen wirklich rundum gelungen.
Im weiteren Verlauf der Übungsstunden werden die beiden immer vertrauter miteinander. Doch es gibt ein weiteres Problem: wie sag ich's meiner Verwandtschaft? Oder besser: ich will's meiner Verwandtschaft eigentlich gar nicht sagen. Jessicas Mutter ist jedoch nicht blind und tröstet Jessica nach einem Streit mit Helen mit den Worten "Ich finde, sie ist eine bezaubernde Frau." Tja, die Mütter eben! Oder sollte ich besser Filmmütter sagen? Meine hat mir das Outing leider nicht abgenommen.
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Helen ist also in der Familie aufgenommen, die beiden ziehen zusammen und gehen gemeinsam zur Hochzit von Jessicas Bruder, auf der sie sofort im Zentrum des Interesses aller stehen. "So, sie sind also die Lesbe?" - welch anstrengender Tag, sag ich da bloß! Es ist also alles in Butter. Alles? Nein, in einer seltenen Filmfortführung, die von den meisten Filmen ausgelassen wird, wird uns die quählende Frage beantwortet, wie die beiden Süßen durch den Liebesalltag kommen. Die Antwort gibt Helen: "Wir sind Zimmergenossinnen!" Jessicas Zurückhaltung spiegelt sich zu Helens Enttäschung auch im Sexleben wieder. Und das, wo Helen doch eigentlich ganz anders gepolt ist. Es kommt wie es kommen muß. Helen zieht aus, trotz flehender Heulbitten Jessicas. Und während Helen bereits mit einer Neuen im Bett liegt, trifft Jessica in einer Buchhandlung zufällig ihren ehemaligen Kollegen und Verehrer Josh. Die Blicke, die sich die beiden vorsichtig zuwerfen, sind nahezu vielsagend. Doch weiteres bleibt offen.
Zuerst dachte ich "was für ein blöder Schluß". Natürlich hatte ich mir ein Happy End gewünscht. Aber wacht auf Frauen. So sind sie eben, die Heteras. Sie mögen sich in uns verlieben und vielleicht auch voll und ganz dazu stehen und nichts bereuen. Doch Hetera bleibt Hetera auf lange Sicht.
USA, 2002, 96 min.
Regie: Charles Herman Wurmfeldt
Drehbuch: Heather Juergensen, Jennifer Westfeldt
Verleih: 20th century Fox
Mit Heather Juergensen (Helen), Jennifer Westfeldt (Jessica), Scott Cohen (Josh).
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