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The Fox

 
Titelbild 

Man kann über diesen Film sagen, was man will - die filmische Umsetzung ist wirklich gut. Aber die Geschichte! D.H. Lawrence, nach dessen gleichnamigen Roman der Film gedreht wurde, sollte noch heute dafür bestraft werden dürfen: Starker Heteromann verliebt sich in halbherzige Lesbe und bekehrt diese. Wer sich seiner Veranlagung noch nicht ganz sicher ist, sollte The Fox also nicht ansehen.

Filmplakat

Jill und Ellen leben auf einem einsamen Hof, weit ab von jeglicher Zivilisation. Jill ist in der Frauenbeziehung die Weibliche, während Ellen, die Jill immer nur bei ihrem Nachnamen March ruft, die Aufgaben erfüllt, die sonst einem Mann zukommen. March ist es auch, die man für die verdammnungswürdige Lesbe hält, die die fast schon überkandidelt feminine Jill gegen die Natur verführt hat, wenn man weiß wie der Film ausgeht. Es sieht alles nach schwarzweiß Malerei aus, die sich gängiger Klichees bedient. Aber weit gefehlt. Paul, der eines Abends überraschend auf den Hof kommt und die folgenden zwei Wochen dort verbringt, bekehrt ausgerechnet Ellen, die er nur beim Vornamen nennt, um sie auch so auf ihre eigentlich weibliche Natur hinzuweisen. Aus seiner Perspektive sehen wir plötzlich, wie Ellen zwar zwei schwere Eimer Kohlen über den Hof trägt, sie aber immer wieder absetzen muß, da sie zu schwer sind. Paul merkt gleich, daß die männliche Rolle Ellen nicht steht und sie aus der Beziehung mit Jill befreit werden muß. Er übernimmt sofort alle mannhaften Tätigkeiten. Praktisch vom ersten Tag an sieht man ihn nur, wie er hämmert, Vögel mit einem Schuss erledigt, das Gewehr poliert und kurzum den Hof wieder auf Vordermann bringt.

Filmplakat
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Schon nach kurzer Zeit macht er Ellen einen Antrag, den diese anstatt mit den Worten "Ich will nicht" mit "Ich kann nicht" ablehnt. Paul muß diese Aussage wohl als schlechten Einfluß Jills auf Ellen gewertet haben, denn er ist gewillt, Ellen zu seinem Eigentum zu machen, ob sie will oder nicht. Diese ist so wankelmütig, daß sie eines Tages tatsächlich anstelle im obligatorischen Karohemd in einem roten Kleid die Treppe herunter kommt - gerade in jenem Augenblick, als Paul Jill vor den Latz knallt, daß Lesben nur noch keinen Mann gefunden haben, der sie so richtig durchvögelt: "Sie haben nie einem Mann gehabt. Das ist ihr Problem." Er reißt sie an sich und küßt sie: "Das wolltest du doch. Das brauchst du doch." Jill bleibt unbeeindruckt, doch Ellen hat nun endlich ihre wahre (weibliche) Rolle im Leben gefunden dank Paul, der sie sogleich im Stall auch körperlich zur Frau macht. Ellen (wie könnte es in diesem Film auch anders sein?) fährt darauf sofort ab. Sex zwischen zwei Frauen, will uns dieser Film sagen, kann unmöglich erfüllend sein, wenn es ihn denn überhaupt geben kann. Bis an diesen Punkt haben wir Jill und Ellen immer nur nebeneinander im Bett liegen sehen - beide knipsen das Licht aus und schlafen brav ein - nicht einmal einen Kuß gibt es. Eine spätere Sexszene (als Paul kurz weg ist und Ellen wieder schutzlos Jill ausgeliefert ist) wird nur angedeutet und sofort wieder ausgeblendet, denn das wollen wir ja eh nicht sehen. Igitt. Da Jill Ellen also partout nicht in Ruhe lassen kann, muß diese durch das phallische Symbol eines umstürzenden Baumes, den gerade Paul gefällt hat, sterben.

Trotz der Wandlung Ellens dank Pauls heroischem Einsatz, läßt der Film noch einen sentimentalen Augenblick zu, in dem Ellen offensichtlich der Zeit mit Jill nachtrauert: Paul und Ellen verkaufen den Hof und verlassen diesen in einem schwarzen Nobelauto, aus dem Ellen noch ein letztes Mal sehnsüchtig zurück schaut. In diesem Augenblick glaubt man fast, es gibt noch Hoffnung und sie wird der Heterowelt wieder den Rücken kehren. Doch der Winter ist schlagartig vorüber, als Paul Ellen mit sich nimmt. Was soll man dazu noch sagen?

USA, 1967, 110 min.
Regie: Mark Rydell
Drehbuch: Lewis John Carlino, Howard Koch
nach dem Roman von D:H: Lawrence
Produktion: Motion Picture International
Verleih: Warner / Seven Arts
Mit Sandy Dennis (Jill), Anne Heywood (Ellen),
Kier Dullea (Paul)

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