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Claire of the Moon

Ehrlich gesagt verstehe ich nicht ganz, warum so viele diesen Film hochloben. Er hat
eine Rahmengeschichte ohne tatsächliche Handlung, die Dialoge machen nicht wirklich Sinn und die zwar größtenteils
schönen Landschaftsaufnahmen am Meer werden oft pathetisch übertrieben. Man warten den ganzen Film über auf das, was man
bereits am Anfang erwartet, nämlich, daß Clair und Noel sich bekommen.
Claire und Noel sind beide Schriftstellerinnen, was aber so ziemlich das einzige ist, das sie gemeinsam haben. Noel ist
eine etwas steife und verklemmte Sexualwissenschaftlerin, die schon früh morgens anfängt zu arbeiten und jegliche Ablenkung und
kleinste Geräusche bei der Arbeit stören. Und dann wird ausgerechnet Claire ihr als Mitbewohnerin in einem Bungalow zugeteilt,
der zu einem Resort gehört, in dem sich Schriftstellerinnen ausruhen und in dessen herrlicher landschaftlichen Umgebung sie neue
Inspiration erhoffen. Bei den meisten der anwesenden Möchtegern-Schriftstellerinnen wagt man es jedoch zu bezweifeln, ob ihnen je noch
so gute Inspirationen zu besseren Texten verhelfen werden. Die Charaktere sind bis ins Lächerliche übertrieben, ohne aus diesem Teil des Films
jedoch eine Komödie zu machen, das bei dieser Übertreibung das einzig Sinnvolle gewesen wäre. So bleibt das Gelaber auf den
wöchentlich stattfindenden und bezeichnenderweise als Laberabende bezeichneten Treffen genauso wenig ohne Sinn wie die Umgebung, in
die Claire und Noel hineingesetzt werden. Das wesentlichste sind die Spannungen, die zwischen den beiden entstehen. Durch ihre laute,
rauchende und laxe Art sowie ihre Unordnung bringt Claire Noel fast zur Verzweiflung. Die beiden streiten sich fast ausschließlich
und wenn Blicke töten könnten müßte der Film bereits nach dem ersten Viertel ohne Haupdarstellerinnen auskommen. Doch
eines Abends outet sich Noel im Kreise aller anwesenden Schrifstellerinnen als Lesbe. Ab diesem Zeitpunkt beginnt in Claire einiges zu
rattern. Ist die Möglichkeit einer gleichgeschlechtlichen Erfahrung schon mal da, könnte man sie doch auch nutzen, oder? Doch
ganz so einfach ist es nicht, denn Claire beginnt sich tatsächlich für Noel zu interessieren und hat heftig damit zu
kämpfen, ihre zunehmende Zuneigung abzuweisen. So kommt es in der wachsenden Freundschaft und im gegenseitigen Interesse immer wieder
zu verletzten Momenten. Doch keine Bagne - es gibt ein Happy End. Nach mehreren Annäherungsversuchen treffen sich die beiden bei einem
nachdenklichen Spaziergang am wunderschönen Strand zufällig und lassen ihren Gefühlen freien Lauf.
Mein Tip: Schaut Euch ein paar Szenen zu Beginn des Films an, in denen Claire und Noel allein in ihrem Bungalow sind,
spult den Rest vor bis zu einer wirklich schönen und erotischen Szene, in der die beiden ausgelassen tanzen. Ab hier könnt ihr
den Film genießen. Das lästige Gelaber der absolut unwichtigen Charaktere außen herum ist weg und der Film kommt endlich zum
eigentlichen Thema, das mit dem Rest nichts zu tun hat. Wer dennoch von Anfang bis Ende den Film durchgestanden hat kann sich wenigstens
auf die Belohnung für das lange Warten freuen.
USA, 1992, 108 min.
Regie / Drehbuch: Nicole Conn
Produktion: Demi Monde Production
Video, VHS-pal, ntsc
Mit Trisha Todd (Claire), Karen Trumbo (Noel), Faith McDevitt, Sheila Dickenson.
Außerdem erhältlich: Sountrack, Video: The Making of
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