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Bar Girls


Loretta und Rachel 

Eine Komödie ohne Männer. Na das hört sich doch gut an, dachte ich, als ich diesen Satz auf dem Cover des Videos las. Und die drei abgebildeten Frauen sehen auch ganz normal aus - so wie sie eben auch auf vielen Hollywood Mainstream Filmen zu sehen sind. Und in der Tat: wer den Stil der amerikanischen Endlosvorabendserien und deren Humor mag, liegt bei Bar Girls genau richtig.

Viele Kritiken loben den Film für das, was die Crew aus dem kleinen Budget von 600 000 Dollar gemacht hat. Allerdings finde ich, daß die niedrigen Kosten die schauspielerische Qualität wiederspiegeln. Ein Haufen Frauen, deren Heterosexualität man hundert Meter gegen den Wind ansieht durch ihre aufgesetzte und unnatürliche Art zu spielen, hantiert mit allerlei lesbischen Insignien wie Flaschenbier, Poolbillard und aufgesetzt cooler Attitude, bringen ihre Rolle aber trotz der vielen Requisiten und Schubladenzieherei nicht überzeugend rüber. Parodierend wirkt das Ganze auch nicht und die künstlichen deutschen Synchronstimmen tun ihr übriges. Von Bar Girls kann man lernen, wie deutsche Synchronstimmen einen eh nicht sonderlich überzeugenden Film vollständig ruinieren können. Auch die Tatsache, daß Chers lesbische Tochter kurz durch das Bild läuft kann nichts mehr retten. Am Ende fragt man sich verzweifelt, was man mit diesem angebrochenen Videoabend noch machen soll.

Loretta, Rachel und J.R.

Loretta ist eine richtige Bar Schlampe, die eines Abends Rachel anbaggert. Diese springt auch sogleich darauf an und am selben Abend noch gibt es heftigste Flirtereien mit allerlei albern und schlecht bis miserabel gespielten Einlagen. Der Weg scheint eindeutig zu sein, doch ausgerechnet Loretta bremst mit dem Argument, sie müsse sich erst verlieben. Wenige Tage später ist es dann auch so weit. Und ratzfatz ziehen die beiden auch schon zusammen. Doch dann taucht J.R. auf, deren wahnsinnig subtil gewählter Name uns bereits die Vorahnung mit der Faust ins Gesicht prügelt, daß das nicht gut gehen kann. J.R. macht sich sofort an Rachel ran und spielt Loretta durch eine geschickte Intrige aus. Rachel zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus.

Billard in der Girl Bar

Alles sieht nach einem bitterbösen Ende für Loretta aus, doch der Film bleibt amerikanisch und zieht in diesem Metier alle Register. Natürlich gibt es ein Happy End. Natürlich treffen sich Rachel und Loretta wieder in der Girl Bar. Und natürlich haben sie sich vermißt und verzeihen sich. Das Gute siegt und die hinterhältigen Pläne des Bösen erfüllen sich nicht. Aber: "Ich komme wieder!" schreit da noch J.R. als sie aus der Bar gezogen wird. Und wir können nur der Barfrau zustimmen: "Ja leider, das befürchte ich auch."


USA, 1995, 95 min.
Regie: Marita Giovanni
Drehbuch: Lauran Hoffman nach ihrem gleichnamigen Theaterstück
Produktion: Lauran Hoffman, Marita Giovanni
Verleih: Orion
Video, VHS-pal, ntsc
Mit Nancy Allison Wolfe (Loretta), Liza D'Argostino (Rachel), Camilla Giggs (J.R.), Michael Harris.

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