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- Eine Liebe größer als der Tod -
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1 999, Berlinale. Das hat es noch nie gegeben - ein lesbischer Film, und dazu noch ein äußerst guter, eröffnet die internationalen Filmfestspiele. Aimée und Jaguar zieht die Zuschauer sofort in seinen Bann. Er ist nicht nur ein außerordentlich guter Frauenfilm, sondern geht auch mit dem historischen Hintergrund der Judenverfolgung im dritten Reich sehr gut um. Dieser gelungene Film, der so viel Atmosphäre, Spannung und Gefühl zeigt, ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans, der die wahre Geschichte der beiden Frauen Felice Schragenheim und Lily Wust erzählt, die sich inmitten der Kriegswirren ineinander verlieben und eine wenn auch kurze, so aber sehr intensive Zeit miteinander verleben bis Felice, da sie Jüdin ist, ins Konzentrationslager abgeführt wird. Erika Fischer hat aus den Erzählungen von Lily Wust, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 81 jährig in Berlin lebte, den Bestseller Aimée und Jaguar geschrieben, der in elf Sprachen übersetzt wurde. Manche, die das Buch gelesen haben bevor sie den Film angesehen haben, stehen der Verfilmung der Geschichte kritisch gegenüber, wie es häufig bei Buchverfilmungen der Fall ist. Doch das sollte nicht weiter stören, da der Film mit seiner einfühlsamen Gestaltung ein exzellentes Werk lesbischen Films darstellt.
1943 verliebt sich Lily Wust, vierfache Mutter und Inhaberin des Mutterverdienstkreuzes in Felice. Noch weiß sie nicht, dass Felice Jüdin ist, in der Untergrundorganisation tätig ist und regelmäßig geheime Dokumente aus der Redaktion des Naziblattes schmuggelt, für das sie arbeitet. Dort weiß niemand, dass sie Jüdin ist und sie kommt dort sogar im Keller unter, als sie der Vater ihrer Freundin aus dem Haus verweist. Felice betört zunehmend die naive Lily und küsst sie schließlich auf einer Silvesterfete. Lily reagiert zunächst empört, gesteht sich und Felice aber am gleichen Abend ein, dass sie sich in Felice verliebt hat. Diese Liebe entwickelt sich in einer Zeit voller Kriegswirren zu einer wilden und ausgelassenen Beziehung, die so stark ist, dass sich Lily von ihrem Mann scheiden lässt und Felice trotz verschärfter Judenverfolgung in Berlin bleibt, als ihre Freundinnen beschließen zu fliehen. Doch das Glück währt nicht lange. Die Gestapo kommt Felice auf die Spur und nimmt sie nach einem dramatischen Fluchtversuch mit in ein Konzentrationslager.
Aimée und Jaguar ist ein wunderbar romantischer und stimmungsgeladener Film, der nicht nur bezüglich der lesbischen Beziehung überzeugt, sondern auch die Kriegswirren und die Art wie die Menschen versuchen, aus wenigen glücklichen Momenten Lebenskraft zu schöpfen, zu einem spannenden Film verwebt. Besonders hervorzuheben ist außerdem die erotische und attraktive Maria Schrader, die in der Rolle von Felice brilliert.
Deutschland, 1999, 126 min.
Produktion / Verleih: Senatorfilm
Video, VHS-pal
Regie: Max Färberböck (Interview)
Mit Maria Schrader (Felice), Juliane Köhler (Lily), Heike Makatsch, Peter Weck, Desiree Nick.
Drehbuch: Rona Munro nach dem Buch von Erica Fischer
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Zu diesem wunderbaren Film ist auch die Musik erhältlich, die, wenn man sie einmal gehört hat, einem nicht mehr aus dem Ohr geht. Die Titelmelodie ist aber nicht nur einprägsam, sondern auch sehr gefühlvoll. Man könnte sich dabei glatt selbst verlieben. Die eingestreuten Lieder der Lecuona Boys lassen noch einmal die Szene Berlins in einem erwachen, die schon damals ihren Flair hatte, und Felice und Lily tanzen vor unserem inneren Auge Walzer - Felice im Frack und Lily im Kleid. Doch bei "Felice's Arrest" bricht es einem fast das Herz. Die einfühlsame Musik bewegt einen so sehr, dass die Bilder von Felices Festnahme nur allzu lebhaft in einem hervorgerufen werden. Man hört die beiden Nazis mit ruhiger Genugtuung in ihrer Stimme sagen: "Ja, noch einen Kuss, es wird der letzte sein." Und man möchte zusammen mit Lily "Nein!" schreien.
Die Lieder im Einzelnen:
- Für immer und immer (gesungen von Maria Schrader und Juliane Köhler)
- Ich brech' die Herzen der stolzesten Frauen (Heinz Rühmann)
- Berlin
- First Memories
- Rumba Tumba (The Lecuona Boys)
- Lilly's Home
- Friends
- Felice on the Street
- Lilly, Gunter and Felice
- Rumba Azul (The Lecuona Boys)
- Aimée & Jaguar
- Tangolada
- Lilly and Felice
- 20th of July
- The War
- Hindou (The Lecuona Boys)
- Felice Arrested
- Memories of Better Times
- Friends Again
- O Donna Clara (Saxophon Orchester Dobbri)
- Aimée & Jaguar - The End
Komponiert und produziert von Jan A. P. Kaczmarek
1999 Red Moon / eastwest records
total running 59:39
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