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Antje Wagner.
Mottenlicht.


Titelbild 
Mit der Sammlung von Erzählungen in Mottenlicht lernen wir eine andere Antje Wagner kennen. Die romantische Poetik, die wir sonst von ihren Geschichten kennen, weicht hier einer grausamen Poetik. Sie behält ihren unnachahmlichen lyrischen Schreibstil bei, betritt mit ihm jedoch erstmals grausame Gefilde, die einem den Atem stocken lassen. Die Geschichten bewegen sich stets nahe dem Abgrund, lassen genügend Lücken, damit unsere Phantasie sich die wahre Grausamkeit ausmalen kann. So wie gute Filme auf sichtbares Blut und die eigentliche Tat optisch verzichten und stattdessen die Kamera zur Seite drehen. Nur leider verliert sie sich auch oft in zu vielen Andeutungen. Ich hätte mir häufig gewünscht etwas mehr zu lesen, keine allzu offene Geschichte vor mir zu haben.

In den elf Geschichten begegnen uns Menschen, die von außen betrachtet ganz normal sind, bei einem genaueren Blick dem jedoch nicht standthalten können. Jede der Figuren hat ein Geheimnis oder zeigt abrupt ihre dunkle manchmal schon krankhaft wahnsinnige Seite. Eine Vorahnung davon bekommt man meistens schon am Anfang der Geschichte. Die Stimmung läßt schnell Beunruhigung aufkommen und die Gänsehaut bildet sich schon bei den ersten Worten.

Wagner, Antje. Mottenlicht. Köln: Kiepenheuer und Witsch, 2003. ISBN 3-462-03346-8. 159 Seiten.

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