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Elinor Rigby.
Eine Amerikanerin in Paris.

Paris der 20er Jahre. Eine faszinierende Zeit, eine faszinierende Stadt und faszinierende Frauen. Kennen wir das nicht von dem berühmten Paris war eine Frau? Eine Amerikanerin in Paris ist dem recht ähnlich und spielt oft auf Frauen an, die in den 1920er Jahren in Paris gelebt haben und die literarische Athmosphähre dort nachhaltig bestimmt haben. Doch Eine Amerikanerin in Paris ist Fiktion, die auch nicht vor der Autorin halt macht. Elinor Rigby ist ein Pseudonym für die Schriftstellerin Sarah Blumenfeld. Doch vor der Veröffentlichung von Eine Amerikanerin in Paris gab es von ihr nichts weiter als eine Biographie, geschrieben von Margherita Giacobino für eine italienische Zeitschrift. Die Biographie wurde von der Leserschaft begeistert aufgenommen und Giacobino wurde immer häufiger gebeten, Blumenfelds Werke zu übersetzen. Doch weder Sarah Blumenfeld noch Elinor Rigby existieren wirklich. Und so erfand Giacobino zur Schriftstellerin auch deren Literatur. (Nebenbei erwähnt hat der Name Elinor Rigby nichts mit dem gleichnamigen Beatles Song zu tun.) Unglaublich? Dann wartet erstmal die Lektüre von Eine Amerikanerin in Paris ab. Sie ist ebenso unglaublich witzig wie die Geschichte um Elinor Rigby selbst.
Rachel, ein modernes Aschenputtel aus tiefster amerikanischer Provinz, wird als Korrespondentin des lokalen Klatschblatts Spinster's Gazette nach Paris geschickt, um der amerikanischen Leserschaft vom alten Europa zu berichten. Mit auf den Weg gegeben werden ihr viele Warnungen vor dem verkommenen und sündigen Paris, vor dem sie sich in acht nehmen soll. Nicht ohne Grund. In Paris tanzt tatsächlich der Bär, der es schließlich auch schafft, Rachel zum Tanz aufzufordern. Rachel schreibt fortan den wöchentlich erscheinenden "Brief aus Paris". Die Leser sind entsetzt. Sie haben es schon immer gewußt: das alte Europa ist der verruchteste Flecken Erde und nur im braven puritanischen Amerika ist die Welt noch in Ordnung. Rachels cosmopolite Tante Florence Folly-Blunt lädt regelmäßig die schillernsten und exzentristischen Frauen von Paris in ihren Salon ein. Das avantgardistische und skurrile Damenkränzchen bestimmt fortan Rachels Leben. Frauen stehen dabei immer im Mittelpunkt, sie sind den Männern weit überlegen, sofern Männer überhaupt auftauchen. Die Welt scheint nur aus Frauen zu bestehen und die wenigen Männer sind lediglich kleine Witzfiguren am Rande. Eine Erzählung so richtig nach feministischem Geschmack. Doch auch die Frauen bekommen ihr Fett ab. Mit niemals enden wollender Ironie und bissigem Humor erleben wir ihre teils eingebildete Attitüde, ihre ausgefallene Kleidung, ihren Tratsch und ihre Mißgeschicke im Alltag. Das Buch ist wie ein Rausch, aus dem man niemals erwachen möchte. Es ist zum Tränen lachen und bedingungslos empfehlenswert.
Elinor Rigby. Eine Amerikanerin in Paris. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 1996. ISBN 3-596-13079-4. 240 Seiten.
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