Annalog – Frau W. glaubt

Ich gestehe, ich wollte ja schon immer Teil einer Community sein. Und – liebe Leser_innen – Frau W. hat von Bastelgruppe über Kyudo bis Demotourismus echt viele Gemeinden ge- , be- und versucht. Das alles erinnert mich gerade mächtig an Tocotronic (http://www.youtube.com/watch?v=7pYOZTiW3UY) oder an Frau Rösinger (den Urgesteinen noch als Lassie Sängerin oder Britta bekannt) (http://www.youtube.com/watch?v=HmGY8cuW4P8), doch ich schweife ab.
Denn während meiner investigativen Observierung der hiesigen LGBT-Szene (für Mandy und alle anderen: LGBT bedeutet Lesbian, Gay, Bisexual und Trans) hat mich ein Lichtstrahl getroffen und ich habe eine Gemeinde (www.ufmcc.net) gefunden, wo ich weder töpfern, noch meine Füße in Fünfzehensocken schieben oder in aller Herrgottsfrühe für den politischen Frieden kämpfen muss.
Hier sind wir auch schon beim relevanten Stichwort: „Herrgott“. Ja, Frau W. gesteht: Sie hat sich die Bibel (wieder) geschnappt. Und nachdem ich dann letztens das Zitat von AdolfGrimme gelesen habe, war die letzte revolutionäre Zelle in mir bekehrt. Doch will ich hier ja gar keine Agitation betreiben, sondern eher einladen. Denn in meiner kleinen Gemeinde ist Politik kein Thema. Die MCC ist offen für alle, und das heißt wirklich ALLE. Da feiern jeden Samstag Menschen aller Couleur ganz unkompliziert Gottesdienst miteinander.
Völlig unerheblich ob links, mitte, rechts, dünn, dick, groß, klein, lässig oder uncool und von A- über Bi- bis Cis-Sexualität ist die gesamte Tonleiter aller Genderidentitäten und Neigungen vertreten. Der einzige gemeinsame Nenner ist der Glaube. Und selbst der darf hinterfragt werden. Irgendwie wird in der MCC alles auf den Kopf gestellt. Und das ist das eigentlich Grandiose.
Ich freue mich und bin – ja – dankbar, dass ich die Menschen dort langsam näher kennen lernen darf. Weil ich dabei auch auf ganz viele Schubladen in meinem Kopf stoße, denn auch ich bin viel zu schnell im Beurteilen. Da ist es toll, dass es Personen und Gruppen gibt, die irgendwie freigeistiger sind und für eine tolerante Gesellschaft kämpfen. Die MCC verleiht daher am kommenden Sonntag zum zweiten Mal einen Preis an solche Menschen, den Rosa Detlef (http://www.ufmcc.net/content-176-einladung.html). Eine tolle Gelegenheit für alle, die im Glauben und in Gemeinden unsicher sind, um den ersten Schritt zum Kennenlernen der MCC zu wagen.
Wer Frau W. also einmal live beim Beten und Toleranzüben erleben will, kommt entweder samstags um 18.30 Uhr zum Gottesdienst in den Ludwigsstift nach Stuttgart West (Silberburgstraße 91) oder am kommenden Sonntag, 6. November, 14.30 Uhr zur Preisverleihung des Rosa Detlefs in den Robert-Bosch-Saal im Treffpunkt Rotebühlplatz.