Frau W kehrt...

Ich hinterlasse mal eine kurze Notiz, nicht dass der Eindruck entsteht, ich hätte dem Ländle wieder den Rücken gekehrt. Und wo wir schon beim Thema Kehren sind: es ist ja nicht so, dass die Treppenhausreinigung nördlich des Brezeläquators nicht bekannt sei.
Zugeben die Bürgersteige ebenso wie das Mülltonnenballett übernehmen die freundlichen Menschen in Orange, aber der Rest wird auch ohne großes Bohei irgendwie erledigt. Es hängt ein Kalender irgendwo im Keller, wo jeder sehen kann, wann er dran ist.
Hier scheint es jedoch nach dem Motto „ganz oder gar nicht“ zu funktionieren. Auf der einen Seite Menschen, die penibel das letzte Staubkorn auflesen. Meist solche Menschen, die mich aufgrund gebrechlichen Alters oder augenscheinlicher Muskelshirtstierkampfnackendebilität überraschen, dass sie überhaupt einen Besen halten können. Oder auf der anderen Seite ein Laissez-faire. So auch in meiner Behausung. Das Kehrwochenschild hat es in den letzten sieben Monaten tatsächlich erst einmal zur eigenen Wohnungstür geschafft. Und nein, um der Frage gleich entgegenzukommen, ich wohne in keinem Hochhaus mit 35 Parteien.
Mich stört es nicht wirklich, ich frage mich nur, ob das mit der Kehrwoche ein Synonym für die schwäbische Mentalität ist. Alles oder nichts? Auf meine derzeitige Lebensführung hat das auf jeden Fall abgefärbt und so komme ich in der Erkundung der lesbenrelevanten Stuttgarter Institutionen einfach nicht weiter. Mea Culpa.